Gibt es wissenschaftliche Belege zur Wirkung der Klopfakupressur?

Die Frage nach wissenschaftlichem Interesse und Belegen über die Wirkung der Klopfakupressur muss man vorsichtig beantworten. Auch wenn Diplom-Sportwissenschaftler Vorträge über die Wirkungen der Klopfakupressur halten und auf ihre Wirkungen bei psychischen Störungen und körperlichen Symptomen hinweisen, darf man nicht automatisch davon ausgehen, dass es wissenschaftlich nachweisbare Wirkungen gibt.

Als Begleittherapie zur Schulmedizin…

Die relativ neue Behandlungstechnik wird derzeit bevorzugt in der Psychotherapie sowie der Ganzheitsmedizin eingesetzt. Es geht dabei um das sanfte Beklopfen bestimmter Meridiane und Akupunkturpunkte, durch die man sich Einflussnahme auf gewisse Symptome erhofft. So wie die Akupunktur, das Chi Gong oder die Akupressur auf diese Meridiane Bezug nehmen, tut es die Klopfakupressur. Momentan betrachtet man sie als lösungsorientierte Kurzzeittherapie. Wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema sind in Gange. Doch wie so oft, fehlt es an Langzeitstudien. Man geht davon aus, dass Klopfakupressur bei Angststörungen, Allergien, akuten oder chronischen Schmerzen und allgemeinen Befindlichkeitsstörungen eingesetzt werden kann. An der Bergischen Universität in Wuppertal wurde eine Studie durchgeführt, die als Diplomarbeit veröffentlicht wurde. Die Fragestellung war, wie das subjektive Stresserleben von Frauen durch die Klopftechnik beeinflusst werden könne.

Beeinflussung der Energieströme im Körper

Die Schulmedizin steht neuen Behandlungsansätzen kritisch gegenüber, insbesondere wenn sie ohne Medikamente der Pharmaindustrie auskommen. So lange nicht durch zahlreiche wissenschaftlich haltbare Studien zweifelsfrei nachgewiesen ist, dass die Klopfakupressur medizinisch relevante Wirkungen zeitigt, wird sie als unwirksam abgetan. Die Klopfakupressur entstammt ursprünglich der „Emotional Freedom Technique“, die in den Siebzigern von Joseph Callahan, einem US-Psychologen, erfunden wurde. Callahan kombinierte kinesiologische Techniken mit Psychotherapie und Klopfakupressur. Letztere soll elektrochemische Einflüsse auf die Hirnströme nehmen. Diese wiederum beeinflussen Energieströme im Körper. Es scheint etwas daran zu sein, denn an der New Yorker Universität konnte man nachweisen, dass Basketballspieler nach einer Motivationsansprache weniger Punkte erzielten als nach einer Klopfakupressurbehandlung. In den Vereinigten Staaten werden heute traumatisierte Vietnam-, Irak- und Afghanistanveteranen mit der Klopfakupressur behandelt.

In den USA ist man aufgeschlossener…

In den USA liegen bereits einige Studien zur Wirkung von EFT vor und medizinische Fachzeitschriften nehmen sich des Themas an. Allerdings ist man dort wesentlich aufgeschlossener gegenüber alternativmedizinischen Ansätzen, als das bei uns der Fall ist. Die Amerikaner haben bereits randomisierte Doppelblindstudien durchgeführt, die als Nonplusultra der Beweisführung gelten. Daraufhin haben sich einige frühere Gegner der Therapiemöglichkeit durch Klopfakupressur eines Besseren besonnen. Unter dem Titel „The Tapping Technique“ gab es Forschungsansätze an der Havard Medical School, die ebenfalls Stressreduktion und Depressionsmanagement betrafen. Veröffentlichungen in medizinischen Fachzeitschriften berichten über eine randomisierte Studie unter dem Titel „The Effect of Emotional Freedom Techniques (EFT) on Stress Biochemistry.“

Hinterfragen muss man in der Wissenschaft jeweils, wer eine Studie in Auftrag gegeben hat und welchem Zweck sie dienen sollte. Oft genug ist die Fragestellung tendenziös. Fakt ist, dass trotz erster Studienergebnisse aus wissenschaftlichen Kreisen die wissenschaftliche Welt nicht von der medizinischen Wirkung der Klopfakupressur zu überzeugen ist – es sei denn, als leicht selbst anzuwendende Begleittherapie zu anerkannten Behandlungsmethoden. Lediglich Naturheilkundler nehmen eine andere Haltung ein.

Eine amerikanische Studie aus dem Jahre 2009 fand methodische Fehler in einigen wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema Klopfakupressur bzw. EFT. Es wurde davon abgeraten, einem Wunderglauben zu verfallen, weil einige Studien über positive Gesundheitseffekte berichtet hatten.

Bildnachweis: © Daniel Ernst – Fotolia.com

 

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